Polizei bilanziert Schaden von 200 000 Euro

GROSSBRAND IN UNTERSCHÜP BEI FEUER IN SCHEUNE UND STALL VERENDEN RUND 20 RINDER / EINE PERSON WURDE LEICHT VERLETZT / BRANDURSACHE NOCH UNKLAR

Polizei bilanziert Schaden von 200 000 Euro

Mit Spezialgerät rückte die Feuerwehr am gestrigen Donnerstag zum stark einsturzgefährdeten Gebäude an.
© Diana Seufert (dib)

Rund 200 000 Euro Sachschaden und etwa 20 tote Rinder: Das ist die Bilanz nach dem Brand eines Stallgebäudes.

Unterschüpf. Beißender Rauch liegt in der Luft, der Brandgeruch ist schon von weitem zu merken. Auch am Tag nach dem verheerenden Brand holen die Rettungskräfte noch immer glimmendes Stroh aus dem Glutherd. Schnell fängt es Feuer und wird sofort gelöscht.

Der Großbrand einer Scheune und eines Stalls hatte die Feuerwehren am Mittwoch bis tief in die Nacht in Atem gehalten. Durch das rasche Einschreiten wurde ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Wohnhaus verhindert. Am späten Mittwoch waren die Gebäude am Ortsrand aus bislang unbekannter Ursache in Brand geraten (wir berichteten). „Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte stand das Gebäude nahezu im Vollbrand“, sagte Harry Schroth, Kommandant der Boxberger Feuerwehren, gestern. So mussten sich die Wehrmänner zunächst einen Zugang verschaffen, was schwierig und teils auch gefährlich gewesen sei. Da auf dem Dach eine Photovoltaikanlage angebracht war, mussten die Floriansjünger besondere Vorsicht walten lassen. „Aufgrund der spannungsführenden Bauteile und Kabel besteht die Gefahr eines Stromschlags. Deshalb muss man den Einsatz vor Ort sehr genau überdenken.“

Für einen Großteil der im Stall lebenden rund 30 Rinder, zumeist Bullen, kam jede Hilfe zu spät. Einige konnten befreit und mit einem Tiertransporter in einen anderen Unterstand gebracht werden. Etwa 20 Tiere verendeten infolge der Brandeinwirkung oder mussten aufgrund ihrer Verletzungen durch den hinzugerufenen Veterinär des Landratsamts von ihrem Leiden erlöst werden. Ein Tier musste außerdem durch Beamte der Polizei erschossen werden. Beim Versuch, die Tiere aus dem Stall zu retten, erlitt eine Person leichte Brandverletzungen.

Die Scheune war gefüllt mit Stroh- und Heuballen. Laut Schroth wurden die Ballen am Abend, soweit möglich, mit einem Teleskopstapler ins Freie gezogen und gezielt gelöscht. Gegen 23 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, so der Kommandant. Eine Brandwache bekämpfte die ganze Nacht hindurch bis in den gestrigen Nachmittag hinein Glutnester, um ein weiteres Auflodern der Flammen zu verhindern.

Am gestrigen Donnerstag wurde gegen Mittag mit schwerem Gerät begonnen, die restlichen Strohballen aus der Halle zu transportieren, die sich teils sofort wieder entzündeten und gelöscht werden mussten. „Wir werden noch den ganzen Tag damit beschäftigt sein“, so Schroth.

Der Gesamtschaden am Gebäude sowie der Photovoltaik-Anlage wird auf etwa 200 000 Euro geschätzt. Zur Brandursache wollte die Polizei gestern auf Nachfrage keine Angaben machen. Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen.

Voll des Lobes ist Feuerkommandant Harry Schroth über die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Stellen. „Alles hat vorbildlich und sehr unkompliziert geklappt“, betont er. Die Freiwilligen Feuerwehren Unter- und Oberschüpf, Schweigern, Lengenrieden, Kupprichhausen, Boxberg sowie Bad Mergentheim waren mit 14 Fahrzeugen und die Hilfskräfte waren mit rund 150 Mann vor Ort.

„Was die Kollegen leisten, ist spitze“, zollte Schroth den Unterschüpfern ein besonderes Lob, die nach dem Fest zum 75-jährigen Bestehen am Wochenende gleich den nächsten Einsatz hatten und „alle Reserven freigemacht haben“. Für die Boxberger Wehr war dies einer der größten Brandeinsätze der vergangenen Jahre. dib/pol

Rund 20 tote Rinder und 200 000 Euro Schaden ist die Bilanz eines Brandes in einem Stallgebäude in Unterschüpf.
© Diana Seufert (dib)

Tote Tiere und glimmendes Stroh wurden aus der Scheune gebracht.
© Diana Seufert (dib)

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